Wie viele andere Illustratorinnen und Illustratoren bin auch ich in verschiedenen Gruppen und auf sozialen Medien aktiv. Leider fällt immer wieder auf, dass betrügerische Angebote mit KI-generierten Bildern verbreitet werden. Wie kann das sein?
Die neue Technologie bietet zweifellos viele Vorteile und ermöglicht es, kreative Ideen und Wünsche schnell und einfach zu realisieren (dazu später mehr). Gleichzeitig hat sie jedoch auch Auswirkungen auf den kreativen Markt und scheint zunehmend Betrüger und Betrügerinnen anzulocken, die mit minimalem Aufwand und ohne echte Fachkenntnisse schnelles Geld verdienen wollen.
Wie erkenne ich Fake-Anbieter?
-
Unterschiedliche Illustrationsstile im Portfolio
Es ist normal, dass Kreativschaffende mehrere Stile anbieten, aber es fällt auf, wenn die Stile so unterschiedlich sind, dass sie von 20 verschiedenen Personen stammen könnten. Von extrem detaillierten, realistischen Arbeiten bis hin zu sehr schlechten Illustrationen kann alles dabei sein. -
Fehlende größere Projekte oder Referenzen
Wenn es nur einzelne, sehr unterschiedliche Illustrationen gibt, aber keine vollständigen Projekte oder Bücher, sollte man misstrauisch werden. Zumindest 1–2 Bücher oder andere nachweisbare Arbeiten (z.B. eine Abschlussarbeit oder Projekte aus dem Studium) sollten vorhanden sein. -
Keine professionelle Online-Präsenz
Fehlende Webseite, Social-Media-Profile oder eine ordnungsgemäße Rechnung bzw. ein Angebot sind ein weiteres Warnsignal. -
Kein Mitglied der Illustratoren Organisation e.V.
Zwar ist die Mitgliedschaft in der Illustratoren Organisation kein Muss, aber es spricht oft für die Seriosität einer Illustratorin oder eines Illustrators, da es sich um den Berufsverband der Illustratorinnen und Illustratoren handelt. -
Mangelnde Beratung und Kommunikation
Ein seriöser Anbieter wird euch immer bei der Beratung zur Seite stehen, euch über die Rechte und Pflichten aufklären und eine klare Kommunikation pflegen. Fehlendes Deutsch oder Deutsch, das mit einem Übersetzer erstellt wurde, ist ebenfalls ein Hinweis auf ein unprofessionelles Vorgehen. -
Keine Verträge zu Nutzungsrechten
Ein professioneller Illustrator oder eine Illustratorin wird immer sicherstellen, dass die Nutzungsrechte vertraglich geregelt sind. Fehlen solche Vereinbarungen, sollte man vorsichtig sein. -
Unrealistisch niedrige Preise oder qualitativ sehr unterschiedliche Bilder
Wenn der Preis extrem niedrig ist (z.B. 5 € pro Stunde) oder die Preise normal erscheinen, aber dafür völlig unterschiedliche, teils unprofessionelle Bilder geliefert werden, sollte man ebenfalls aufmerksam werden. Auch die Nutzung von Arbeiten anderer Künstler (z.B. Unterschriften auf den Bildern) kann ein Warnsignal sein. - Viele Anbieter mit dem gleichen oder sehr ähnlichen Stil („oft Disneylike“)
So eine Werk wie aus einem Disneyanimationsfilm zu erschaffen, dauert als handgezeichnete Illustration viele viele Stunden und ist nicht für ein paar Dollar umsetzbar. - Sehr oft sind Fakeanbieter auf Dienstleistungsplattfromen zu finden
Dort werden massenhaft billige Arbeit, mit KI angeboten und als eigene für ein paar Dollar/Euro angeboten. Grundsätzlich ist alles was mit KI erstellt wurde, noch nicht 100-prozentig geklärt, deswegen sollte man vorsichtig sein,. Denn wenn es Arbeit ist, die auf andere Arbeit und Stile von Künstlern beruht, kann es dennoch später zur Klage kommen.
Ich kann natürlich nur von meinen eigenen Erfahrungen sowie denen meiner Kolleginnen und Kollegen berichten. Im schlimmsten Fall erhaltet ihr nach Vorauszahlung überhaupt nichts. Ob das wirklich so ist, weiß ich nicht, aber es wäre sehr schade, wenn ein jahrelanges Herzensprojekt daran scheitern würde oder es gar nicht mehr umgesetzt werden kann. 🙁
Ein professioneller Illustrator oder eine Illustratorin wird immer für eine ausführliche Beratung zur Verfügung stehen, das Projekt mit euch besprechen und euch über alle Rechte und Pflichten informieren. Ein echter Profi kann euch auch eine Vielzahl von Arbeiten vorzeigen, eine seriöse Webseite sowie ein Portfolio anbieten und wird bereit sein, sich mit euch persönlich auszutauschen – sei es über Zoom, Telefon oder bei einem Treffen bei einem leckeren Kaffee (oder Tee). Und ja, professionelle Arbeit kostet einfach Geld, und kein Bilderbuch ist für 200 € umsetzbar.