Wie schreibe ich ein gutes Kinderbuch? - Tipps für Autoren & Autorinnen

Wie schreibe ich ein gutes Kinderbuch? – Tipps für Autoren & Autorinnen

Wie schreibe ich ein gutes Kinderbuch? – Tipps für Autoren & Autorinnen

Ein Kinderbuch zu schreiben ist gar nicht so einfach und irgendwie dann doch. Es ist bekanntlich die gute Mischung, die ein gutes Kinderbuch ausmacht. 🙂

Aber beginnen wir von Vorne: Ich kann mich sehr gut an die Kinderbücher und Filme, die mich in meiner Kindheit begleitet haben, erinnern. Daher seid euch bewusst, dass ihr mit eurer Geschichte warscheinlich Einfluss auf die Entwicklung des Kindes ausgeübt. Ich werd niemals den Film Watership Down vergessen. Zwar erinnere ich mich auch an die meisten Disneyklassiker, aber diese Erlebnis war nicht so prägsam, wie der Film über die Hasen am Fluss. Die Bilder waren so intensiv (auch sehr grausam), dass habe ich niemals vergessen können. (Dennoch ein hervorragenderer Film!). Die meisten Kinderbücher haben eine moralische oder pädagogischen Botschaft wie Freundschaft, Familie, Gut und Böse, um nur mal ein paar Beispiele zu nennen.

Ein Kinderbuchmanuskript schreiben sich nicht ganz so aufwendig, wie ein 400-seitiger Roman. Dennoch gibt es einige Punkte, die beachtet werden sollten.

Das Manuskript ist das Herzstück eines jeden Kinderbuches. Egal wie schön die Illustrationen sind, diese untermalen nur die geschriebene Geschichte. Wenn die Geschichte also keinen gute Handlung hat, bringen auch die schönsten Illustrationen nichts. Daher möchte ich euch hier ein paar gute Tipps nahelegen, wie man ein gutes Manuskript schreibt und wie man überhaupt damit anfängt.

Das Wichtigste vorab: Lest viele Kinderbücher!

Warum den das?  Zur Inspiration! 🙂 Es ist nicht verboten sich Ideen zu holen von existierenden Büchern wie z.B. Klassikern oder alten Märchenbüchern. Man kann die Message der Geschichte auszugreifen und in die Moderne transportieren. Aber bitte nicht klauen, es soll nur die Fantasie anregen. 🙂

Wie fange ich an?

Zuerst sollte man sich im klaren darüber sein: Was für ein Buch möchte ich schreiben? Soll es ein Bilderbuch werden mit wenig Text? Oder ein Lesebuch mit wenigen Illustrationen und sehr viel Text? Oder sogar ein Sachbuch? Lesebücher sind auch ganz toll für die ersten Schritte als Erstleser geeignet. 🙂 Bestimmte Büchertypen passen zu bestimmten Altersgruppen, die ich euch auch gerne so empfehlen möchte:

  • Für Kinder zwischen 0 – 2 Jahre: Bilderbücher
  • Für Kinder zwischen 3 – 5 Jahre: Bilderbücher und Vorlesebücher
  • Für Kinder zwischen 6 – 7 Jahre: Vorlesebücher und Erstlesebücher
  • Für Kinder zwischen 8 – 12 Jahre: Kinderromane
  • Für Kinder zwischen ab 12 Jahren aufwärts: Jugendromane

Dann stellt sich die Frage: Worüber schreibe ich überhaupt?

Mit den Augen eines Kindes sehen

Versucht euch einfach mal in das Kind, dass das Buch lesen wird, hineinzuversetzen. Wäre das Abenteuer interessant für mich? Ist die Geschichte verständlich geschrieben? Kann ich mich mit dem Charakter identifizieren? Bitte denkt immer dran, kleine Kinder lernen noch. 🙂 Die Geschichten für Kinder unter 5 Jahren sollten nicht zu kompliziert verstrickt sein. Hier empfehlen sich einfache Strukturen, ohne große verwirrende Handlung. Viele Bücher haben auch eine Lernfunktion.

Die meisten Bilderbücher bis 5 Jahre sind recht einfach gehalten. Hier eigenen sich Beispielsweise: kurze (lustige) Reime, einfache Strukturen und Handlungen sehr gut, um eine spannende oder lehrreiche Geschichte zu erzählen.

Wenn die Idee für ein Buch im Kopf geboren wird, sollte von Anfang klar gestrickt sein, was am Ende passieren soll. Es gibt natürlich sehr talentierte Autoren, die einfach so drauf los schreiben können. Wenn ihr aber noch nie ein Manuskript geschrieben habt, wäre es sehr wichtig, dass das Ende schon feststeht. Macht euch am Besten dazu Notizen:

  • Gibt es meine Idee schon?
  • Was ist gerade beliebt? Springe ich auf den Trendzug auf?
  • In welcher Zeitepoche spielt meine Geschichte? (Recherchieren ist hier gegebenenfalls wichtig.)
  • Bei Reimen: Welchen Reimform/Art nehme ich?
  • Worauf soll es am Ende hinauslaufen?
  • Was möchte ich vermitteln?
  • Was passiert am Anfang?
  • Wie fülle ich die Geschichte mit Inhalt, damit es bis zum Ende interessant bleibt?
  • Wer ist mein Hauptcharakter?

Der Hauptcharakter

Einer meiner Kunden fragte mich mal: Warum sind deine gezeichneten Mädchen so oft blond und haben blaue Augen? Meine Antwort ist einfach: Weil es so im Manuskript steht! Ich rate euch, den Hauptcharakter nicht immer dem selben Schema anzupassen: Lange blonde Haare und blaue Augen. Macht euren Charakter doch einmalig!

Was spricht gegen ein kurzhaariges keckes Mädchen mit Sommersprossen und gelb-braunen Augen? Oder einen roten Lockenschopf mit leuchteten grünen Augen und einer Zahnlücke? Außergewöhnliche Charaktere erhalten mehr Aufmerksamkeit und machen neugierig. Wenn das Manuskript nicht auf wahre Begebenheit mit echten Vorbildern beruht, lasst doch eurer Fantasie freien lauf. 🙂 Zudem ist noch sehr wichtig zu erwähnen, wenn den Hauptfigur ein Kind sein sollte, dass es etwas Älter ist, als die Zielgruppe. Das Kind in der Geschichte hat eine Vorbildungfunktion. Anders verhält es sich bei Kindern, die in der Erzählung jünger sind. Diese sind dann nur für Kleinkinder geeignet zwischen 0-3 Jahre geeignet.

Das Abenteuer beginnt

Wenn die Idee nun steht, geht es ans aufschreiben.
Bei Kindern bis 5 Jahren bzw. bei Bilderbüchern ist es wichtig, dass auf ausschweifende Erklärungen, Beschreibungen und Erzählungen verzichtet wird.

Versucht nicht, zu viele Themen in die Geschichte zu stecken. Es reicht ein Thema aus wie z.B. Familienzusammenhalt, Abenteuer (Freundschaft), auch traurige Themen wie der Tod eines Familienmitglieds können eine Rolle spielen. Hier empfiehlt sich aber unbedingt, das Thema so sensibel wie möglich zu behandeln. Für z.B. das Thema Trauer sollte man sich unbedingt vorher andere Bücher dazu ansehen, wie die Autoren das Thema kindgerecht verarbeitet haben.

Achtet unbedingt auf den Tempus (Zeit in Geschichte) der Geschichte. Dieser Fehler passiert recht häufig.

  • das Präsens: sehen – ich sehe
  • das Perfekt: sehen – ich habe gesehen
  • das Präteritum (Imperfekt): sehen – ich sah
  • das Plusquamperfekt: sehen – ich hatte gesehen
  • das Futur I: sehen – ich werde sehen
  • das Futur II: sehen – ich werde gesehen haben

Bevor ihr euer Buch veröffentlicht, lest es einem Kind in der angestrebten Altergruppe vor. Kinder sind ehrlicher und sagen euch sofort, wenn es nicht gefällt.

Die Illustrationen

Umso jünger die Zielgruppe ist, umso mehr Illustrationen sind wichtig sich. Für die Leser zwischen 0-5 Jahren empfiehlt sich vorallen Bilderbücher. Der Text sollte die Bildermenge und Dominanz nicht übersteigen. Umso älter die Kinder werden (ab 6 Jahren), sollten die Illustrationen nur noch als Untermalung dienen.

Ich hoffe ich konnte ein klein wenig helfen und ein paar Denkanstöße geben. 🙂
Lasst eurer Kreativität freien Lauf und schreibt schöne Geschichten.

P.S. Entschuldigt die Fehler im Text, meine liebe Lektorin muss noch drüber schauen. 🙂