Über Selfpublishing, Zuschussverlage, Book-on-Demand - neue Tipps für Autoren

Über Selfpublishing, Zuschussverlage, Book-on-Demand – neue Tipps für Autoren

Über Selfpublishing, Zuschussverlage, Book-on-Demand – neue Tipps für Autoren

Liebe Blogleser und Neugierige,

willkommen zu einer zweiten Folge der Kategorie Tipps für Autoren. Die erste Folge finden Sie hier: http://sabinemariekoerfgen.com/wie-verkaufe-ich-erfolgreich-mein-kinderbuch-pr-tipps-fuer-autoren/

So langsam ist Ihr Buch auf dem Weg der Fertigstellung und dann stellt sich die Frage: Wo las ich mein Buch drucken? Es gibt viele Möglichkeiten sein Buch auf Papier zu bringen. Oder auch nur digital zu vertreiben. Bevor Sie Ihr Buch drucken lassen, sollten Sie sich über die unterschiedlichen Möglichkeiten informieren, was am Besten zu Ihren Buch passt.

Hardcover oder Softcover?

Meistens können Sie zwischen einem Softcover und einem Hardcover wählen. Beides hat Vor- und Nachteile in Preis und Qualität. Bei dem Hardcover handelt es sich um ein Buch, dass in einem harten Einband gefasst wird. Einband und Buchblock werden getrennt von einer hergestellt und später miteinander verbunden. Der Buchblock wird später entweder als günstige Klebbebindung oder als hochwertige Fadenheftung mit dem Buchdeckel verbunden (aber nicht „miteinander verklebt“). Ein Hardcover ist immer hochwertiger als ein Softcover in Qualität und Haltbarkeit und macht einen Qualitativ besseren Eindruck.

Das Softcover ist in einem einfachen Pappeinband gebunden. Diese Bindung kommt der Klebbebindung des Hardcovers nahe, nur ist der  Buchblock mit dem Pappeinband fest verbunden. Die Haltbarkeit ist dadurch nicht so hoch, wie bei einem Hardcover, da der Buchrücken durchbrechen kann. Die Herstellungskosten für ein Softcover sind viel günstige als die eines Hardcovers. Preislich liegt die Spanne zwischen einem Hard-und Softcover bei ca. 4-6€ pro Buch im Druck. Das schlägt sich im Verkaufspreis nieder: So können Sie das Softcover oftmals für ca. 10-12€ anbieten, das Hardcover liegt oftmals zwischen 18-25€ pro Buch im Verkauf, ja nach Seitenzahl und Qualität.

Book-on-Demand

Die einfachste und günstigste Lösung ist das Self Publishing über eine Book-on-Demand bzw. Print-on-Demand Plattform, wie Amazon Puplishing oder BOD. Aufgrund unserer heutigen neuen Drucktechniken, können Druckereien selbst ein einzelnes Buch per Bestellung drucken. Dies hat viele tolle Vorteile wie:

  • keine Lagerkosten
  • die Bücher sind ewig nachbestellbar
  • Aktualisierungen sind schnell und einfach durchführbar
  • keine Mindestauflage
  • keine Kosten für den Autor
  • ISBN für mehrere Bücher günstiger, als beim ISBN-Shop

Der große Nachteil ist leider die Qualität, besonders für Bilderbücher und Kinderbücher. Eine meiner Kunden hatte sich ein 56-seitiges Softcover im gewünschten Format drucken lassen und wurde bitter enttäuscht: Das gelieferte Heftchen war weit entfernt von einem richtigen Kinderbuch. Aufgrund der hohen Bücheranzahl, die gedruckt wird, kann eine Print-on-Demand Plattform, keine große und hochwertige Papierauswahl anbieten oder sonstige Veredelung wie Prägungen, Goldstempel usw. Daher ist man auf die Vorgaben des Unternehmens beschränkt. Auch ist nicht jedes Format z.B. ein Sonderformat auswählbar, daher muss man sich an die Standartformate halten. Ein weiterer Nachteil ist die extrem geringe Marge, die Sie für Ihr Buch kassieren. Die liegt teilweise bei wenigen Cents. Wenn Sie nicht gerade einen Bestseller verkaufen, der viele tausende Male über die Ladentheke wandert, lohnt sich das nur bedingt.

Und ein schönes Bilderbuch verkauft sich nur, wenn es ein hochwertiges Softcover oder Hardcover ist. Daher achten Sie gut auf das Angebot und wie veredelt gedruckt werden kann.

Hier ein paar Beispiele. Mit diesen Plattformen habe ich schon mal gearbeitet:

https://www.bod.de/
https://www.epubli.de
https://kdp.amazon.com/de_DE/

Vorsicht vor unseriösen Anbietern

Lesen Sie die AGB des ausgewählten Print-on-Demand Anbieters unbedingt durch. Wenn diese schon sehr schwer zu finden sind, sollten Sie stutzig werden. Es ist natürlich nötig, dem Anbieter die Rechte einzuräumen, dass dieser das Buch drucken kann. Sie sollten aber aufpassen, nicht unter dem Deckmantel des Wortes  „Self Publishing“ auf einen Verlag reinzufallen, der sich Rechte einheimst, die diesen nicht zustehen und dicke Gewinne mit Ihren Buch einfährt, ohne irgendwas dazu beigetragen zu haben. Eine Print-on-Demand Plattform ist KEIN Verlag! Sondern ein Service zum Drucken, nicht mehr und nicht weniger. Sonst sind Sie bei einem Selbstkostenverlag gelandet. Wenn Ihnen Dinge wie Logos, undurchsichtige Impressumsvorgaben vorgelegt werden, sollten Sie hellhörig werden. Treten Sie keine Rechte kostenlos ab, die gehören Ihnen. Nutzungsrechte kosten immer Geld.

Zuschussverlage

Die gibt es wie Sand am Meer und leider auch viele schwarze Schafe. Oftmals läuft es so ab:  Sie reichen einem Verlag ein Manuskript ein und wenig später erhalten Sie Post oder eine eMail mit einer tollen Benachrichtigung: Ihr Manuskript ist großartig und wurde angenommen! Der Hacken: Sie müssen nur 5400€ Druckkostenzuschuss zahlen und dann wird Ihr Buch verlegt und die ersten 300 Exemplare werden gedruckt. Um Marketing und Co. kümmert man sich auch. Großzügiger weise ist die Tantime die Sie erhalten recht hoch (oft über 35% vom Nettoverkaufspreis) und es wird Ihnen ein eigener Rabatt auf ihre Bücher gewährt. Oder anders gesagt: Sie werden dann Ihr bester Kunde, obwohl Sie ja schon weit mehr als die Druckkosten gezahlt haben. Wenn Sie ein Buch mit einem Verlag veröffentlichen, sollten Sie dafür kein Geld zahlen. Das übernimmt der Verlag für Sie, nicht Sie für den Verlag.Über Selfpublishing, Zuschussverlage, Book-on-Demand - neue Tipps für Autoren

Das nennt man auch Pseudoverlag. Das Verlagssystem wird einfach umgedreht. Nicht der Verlag übernimmt wie normal, alle Kosten, sondern Sie. Das Wort verlegen kommt von vorlegen, daher sind diese Unternehmen in dem Sinne keine Verlag, sondern einfach Druckereien oder Unternehmen mit einer Druckmaschine.

Bitte passen Sie auf, wenn Ihr Manuskript so schnell genommen wird und man Geld sehen möchte, um das Buch zu veröffentlichen.  Recherchieren Sie den Verlag vorher unbedingt, bevor Sie etwas unterzeichnen und lassen Sie sich nicht von Versprechen einlullen.
Dann veröffentlichen Sie Ihr Buch lieber erstmal nur als Ebook und investieren solche Summen in eine kleine Auflage bei einer guten Druckerei bei Ihnen um die Ecke.

Ein wichtiger Artikel zu dem Thema finden Sie im Literaturcafe.

Der Selbstverlag oder Self Publishing

Tatsächlich ist dies oft die beste Lösung. 🙂  Sie bestimmen Papier, Druckerei, Kosten und Auflage einfach selbst. Dies ist sehr sehr viel günstiger, als Zuschussverlage, aber teurer als Book-on-Demand, das Sie erstmal selbst Geld in die Hand nehmen müssen. Dennoch verdienen Sie hier am meisten, da Sie die Kalkulation selbst bestimmen können. Alle anderen  Serviceangebote halten die Kalkulation ehr knapp und Sie verdienen teilweise keine 2 Euro pro Buch.

Der Autoren steuert den kompletten Prozess einer Buchveröffentlichung selbst. Neben dem Schreiben oder der Auswahl von Inhalten müssen sie das Lektorat, Illustrator, sowie die Wahl der Ausstattung (Schriftart, Papiersorte, Umschlag etc.) sowie Kalkulation, werbewirksame Öffentlichkeitsarbeit (PR) und Marketing entweder selbst organisieren oder damit Dienstleister beauftragen, die Teile dessen übernehmen.

Eigentlich tut sich an den Druckkosten nicht viel oder weniger mehr, als bei einer Book-on-Demand bzw. Print-on-Demand Plattform, nur müssen Sie eben erstmal das Geld vorstecken. Grundsätzlich empfiehlt sich erstmal eine kleine Auflage von weniger als 300 Exemplaren. Das kostet zwar mehr, da die Druckkosten durch die Anzahl der gedruckten Bücher sinkt, aber wenn Sie 1000 Bücher zu Hause liegen haben, bringt das auch nicht viel. Wenn die Nachfrage groß ist und die Bücher wie warme Semmeln weggehen: Nachdrucken geht immer. 😉

Onlinedruckerei oder die kleine Druckerei um die Ecke? 

Beides hat viele Vorteile. Die Onlinedruckerei ist meistens billiger. Warum? Weniger Personal(kosten), größere Maschinen und Papierlager usw. geben den Onlinedruckereien andere preisliche Kalkulationsmöglichkeiten. Eine Kundin rief mich letztens an und fragte mich, ob ich eine andere Druckerei vorschlagen könnte, die kleine Druckerei wo sie drucken lassen wollte, beanschlagt 30€ pro Buch(Softcover). Das sind natürlich extreme Summen, wenn man erstmal nur 50-100 Exemplare drucken lassen möchte. Meine Onlinehausdruckerei wolle nur ca. 6€ pro Buch(Softcover). Die Qualität ist in Ordnung und für die erste Auflage wirklich mehr als ausreichend.

Nur wie kommen so extreme Preisunterschiede zustande? Einerseits drucken viele Onlinedruckereien im Ausland, anderseits sind diese auf kleine Auflagen spezialisiert und auf den Standart. Solange Sie keine Sonderfarben, besondere Beratung, aussergewöhnliche Veredelungen usw. wünschen, dürfte die Onlinedruckerei erste Wahl sein.

Die kleine Druckerei um die Ecke ist teuerer, dafür hat diese auch viele Vorteile: So können Sie sich persönlich beraten lassen, das Papier vor Ort auswählen, Druckbeispiele bewundern  und eventuell sogar die Druckmaschine begutachten. Und wenn was schief läuft, wissen Sie wer Ihr Ansprechpartner ist. Ich habe viele gute Erfahrungen mit Druckereien gemacht, besonders wenn es um die Qualität geht. Aber Qualität hat immer ihren Preis.

Warum sind 3 Buchexemplare so teuer wie 30? Wie hoch sollte die Auflage sein?

Der Grund liegt in dem hohen Aufwand für ein Buch. Tatsächlich kosten einzelne (Hardcover)Bücher teils bis zu über 100€. Wie kann das sein? Sie müssen die Arbeitszeit der Drucker zahlen, die Druckfarbe, das Papier, die Maschine die nur einmal für Sie läuft, eventuell die Buchbinderin, die Ihr einzelnes Buch händisch binden muss, da sich ein maschinelles Verfahren nicht lohnt usw. Und wenn man das zusammen addiert, kommt der Preis bei herum. So höher die Auflage ist, umso günstiger wird das Buch. Daher bestellen Sie nicht unbedingt Auflagen unter 10 Exemplare. Sie können durchaus mit 50-200 Büchern für die erste Auflage anfangen, je nach dem wie groß die Nachfrage im Vorfeld ist. Nachdrucken geht immer. Dann liegt der Preis ja nach Ausführung, Seitenzahl usw. meistens zwischen 5-12€ pro Buch.

Offsetdruck oder Digitaldruck?

Das kommt immer drauf an, wie hoch die Auflage ist. Der Offsetdruck ist immer teurer und wird erst ab größeren Auflagen genutzt, da ab einem gewissen Nutzen-Kosten-Faktor der Digitaldruck teuerer wird. Beim Offsetdruck wird extra eine bzw. vier Druckplatten (CMYK) hergestellt und Ihre Druckbögen laufen auf einer großen Maschine, über viele Farbwalzen zusammen. Ganz anders im Digitaldruck, hier wird keine Druckform erstellt und direkt vom Computer wird die digitale Druckform an die Druckmaschine geschickt.

Digitaldruck ist nicht unbedingt schlechter, als Offsetdruck. Das Preisleistungsverhältniss ist sehr gut und bei Kleinstauflagen immer die bessere Wahl.

eBooks

Mittlerweile hat eigentlich jeder ein Smartphone und viele ein Tablett oder einen eReader. Ich schließe mich dem Trend an, digitale Bücher erleichtern vieles:

  • Platz im Regal
  • mit z.B. OnLeihe Bücher kostenlos leihen
  • die Schriftgröße ist anpassbar und erleichtert das lesen
  • keine Papierverschwendung
  • Lesezeichen

Nur eignet sich nicht jedes Buch als eBook. Kinder wollen ein Buch zum Anfassen haben. Ich kann mir kaum vorstellen, das Sie Ihren 3-Jährigen Kind, ein Tablet in die Hand drücken. Versuchen kann man es auf jeden Fall mit dem digitalen Buch. Das schöne ist: Es kostet nichts. Wenn Sie ein Buch bei Amazon veröffentlichen als eBook, wird es Sie nichts kosten. Sogar die Hauseigene ASIN (Amazons ISBN) ist kostenlos.

Welche Formate gibt es? Und was sollte ich beachten?

Es gibt viele unterscheide Dateiformate. Da hätten wir das bekannteste und eigentliche Standart Format: .ePub. Das Format für Smartphones und Tablet: .MOBI und natürlich das hauseigene Amazonformat .AZW. Und das klassische PDF!  Am Besten haben Sie alle drei Dateiformate und veröffentlichen so Ihr Buch auf mehreren Plattformen gleichzeitig. Warum? Weil Amazon nur ausgewählte Tablets und seinen Kindle unterstützt. Der Tolino-Reader von Thalia, Hugendubel und Co. wird von Amazon nicht bedient. Deswegen sollten Sie alle Möglichkeiten ausschöpfen.

Anders als bei gedruckten Büchern, wo nur 7% Mehrwertsteuern veranschlagt werden, berechnet man bei eBooks 19%, weil es sich um Software handelt, nicht um ein Buch. Deswegen sind zwar die Preise meistens bei eBooks niedriger, aber nicht ausserordentlich günstiger. Auch bei eBooks gilt, Sie brauchen pro Dateiformat eine neue ISBN (bis auf bei Amazon).

Die ISBN

Die Internationale Standardbuchnummer oder kurz ISBN ist eine Kennzeichnung für Bücher und selbstständigen Veröffentlichungen mit redaktionellem Anteil, wie beispielsweise Multimedia-Produkten und Software, wie das eBook. Die Nummer dient dazu, dass man Ihr Buch in Bestellsystemen einer Buchhandlung findet. Jede Nummer ist ein Unikat und darf nur bei exakten Nachdruck nochmal verwendet werden. Also wenn Sie von Ihren Buch ein Hardcover, Softcover und ein .ePub verkaufen möchten, brauchen Sie 3 ISBNs. Die ISBN kann bei dem ISBN SHOP erworben werden. Wenn Sie das Buch nur für privat drucken lassen, ist die ISBN natürlich nicht notwenig.

So das wars von mir. Ich hoffe ich konnte etwas helfen und etwas Basiswissen in Sachen Druck und Druckereien vermitteln. 🙂