Tag des offenen Denkmals in Lüneburg – Teil 1

Tag des offenen Denkmals in Lüneburg – Teil 1

Ich war vor einiger Zeit knapp 2 Wochen als Backpacker unterwegs und habe mir von Lüneburg bis nach Prag einige inspirierende und wunderschöne Orte angesehen. Meine Reise startet in Lüneburg. Eine liebe Freundin heiratete dort und ich nahm die Gelegenheit war, um noch ein bisschen was von Deutschland zu sehen. Nach der wunderschönen Hochzeit brach ich zwei Tage später nach Lüneburg auf, traditionell zum Tag des offenen Denkmals.

Die Hansestadt Lüneburg gehört zur Metropole Hamburg und ist eine große Mittelstadt im Nordosten von Niedersachsen. Besonders durch die gute Wasseranbindung und den Salzabbau, würde Lüneburg reich. Der Salzabbau führte aber zu großen Problem. Die noch heute spürbaren Absenkungen betreffen immer wieder historische Gebäude, die dann leider von Abriss betroffen sind.

Der Weg zum Rathaus führte an einer mächtigen Kirche, verwinkelten Gassen und malerischen Brücken vorbei. Man könnte meinen, ganz Lüneburg besteht nur aus Giebelhäuser, was irgendwie ja auch stimmt. ImRathaus konnte man die zahlreichen Führungen aufgrund des Denkmaltages kostenlos buchen. Da leider meine Wunschführungen weg waren, entschieden ich spontan für die Besichtigung einer restaurierten Stuckdecke und die Rathausfassadenführung.

Von Gold und Göttern

Ich habe mir die Stuckdecke nicht so grandios vorgestellt. Die Decke ist die zweitälteste in der Stadt und stammt aus dem 16 Jahrhundert. Die Motive aus den griechischen Sagen und Legenden waren zur Zeit der Renaissance ein beliebtes Thema. Hier werden die 7 Planetengötter dargestellt.

Der Chefrestaurator erklärte uns sehr ausschweifend über den Restaurationsstand, die Rettung und Ausbesserung der Decke. Den neuen Hausbesitzer ist es zu verdanken, dass dieses grandiose Werk der Nachwelt erhalten bleibt. Die Decke ist eine Hängedecke von ca. 1650  und wurde über die Epochen immer wieder neu angemalt, zuletzt wurde diese in den 60ern in knalligen Farben erneuert. Dazu kam, dass die Decke anfing durchzuhängen, so setzte man erst eine Zwischenwand und später zwei weitere ein, um ein absacken zu verhindern. Dadurch wurden die Stuckfiguren und Dekoration stark beschädigt.

Die Restauratoren konnten die Decke durch eine ausgeklügelte Hängekonstruktion mit Seilen wieder in ihren Ursprung herstellen.

Heilige Backsteingotik

Ich machte mich auf, Lüneburg zu erkunden. Die Kirche St. Nicolai ist die jüngste und kleinste der drei Hauptkirchen der Stadt Lüneburg. Die dreischiffige Basilika wurde von 1407 bis 1440 im Stil der Backsteingotik errichtet. Sie gehört zur Europäischen Route der Backsteingotik. 

Nach der beeindruckenden Besichtigung wanderte ich etwas durch die kleinen Gassen und lies die Zeit bis zur nächsten Führung verstreichen. Wieder am Rathaus angekommen und um viele Fotos reicher, ging die Rathausführung los. Es gibt viel spannendes über die Fassade des Rathauses zu erzählen. Das Lüneburger Rathaus ist ein grandioses Beispiel mittelalterlicher und frühneuzeitlicher profaner Architektur in Norddeutschland. Es entstand um die 1230 und wurde über Jahrhunderte hinweg immer wieder erweitert.

Glücklicherweise musste das  Lüneburger Rathaus keine Kriegsschäden erleiden, sodass es bis heute mit ausschweifenden Kunstschätzen ausgestattet ist. Der  so genannte Fürstensaal wurde früher als Tanz- und Empfangssaal genutzt. Er ist nach den spätmittelalterlichen Wandgemälden benannt, die die Lüneburger Fürsten darstellen. Der Fürstensaal ist einer der größten säulenfreien Säle seiner Zeit. Heute wird er für Empfänge, Vorträge und Kammerkonzerte genutzt.

Nach einer kurzen Stärkung ging es zum Wasserturm. Der Lüneburger Wasserturm entstand zwischen 1905 und 1907 im Südosten der Lüneburger Altstadt. Der ehemalige Wasserturm dient heute als Museum und Aussichtsturm.  Zwischendurch tauchte ich immer wieder in die kleine Gassen der Stadt ab und eine Architektonische Perlen zu dokumentieren.

Zuerst einmal die evangelisch-lutherische Hauptkirche St. Johannis. Sie ist die älteste Kirche der Stadt Lüneburg. Die Kirche gilt als bedeutendes Bauwerk der norddeutschen Backsteingotik. Wie die Kirchen St. Nicolai und St. Michaelis ist auch St. Johannis von großen Interesse und absolut sehenswert. Alle drei Kirchen sind bedeutende Bauwerke der Backsteingotik und bilden Stationen auf der Europäischen Route der Backsteingotik. 

Im Herzen der Stadt

Nach einer kurzen Stärkung ging es zum Wasserturm. Der Lüneburger Wasserturm entstand zwischen 1905 und 1907 im Südosten der Lüneburger Altstadt. Der ehemalige Wasserturm dient heute als Museum und Aussichtsturm.  Zwischendurch tauchte ich immer wieder in die kleine Gassen der Stadt ab und eine Architektonische Perlen zu dokumentieren.

Als heutiger Standort des Wasserturms wurde die Linie der kurz zuvor abgerissenen mittelalterlichen Befestigungsanlagen gewählt. 1907 wurde der 56 m hohe Turm in Betrieb genommen. Der Turm besteht aus einem 18 Meter hohen Sockel mit quadratischem Grundriss und einem zylindrischen Aufbau.

Wie üblich, wurde die Speicherkapazität des Behälters er recht bald als zu knapp bemessen, bereits 1913 reichte dieser Vorrat gerade mal für einen Vormittag aus. Daraufhin beschloß man de nTurm nochmals aufzustocken und das Wasservolumen zu erhöhen. Die mit einem hohen Zinnenkranz eingefasste Dachfläche, war von Anfang an als Aussichtsplattform gedacht.

1986 wurde der betrieb eingestellt und das Gebäude glücklicher weise vom Abriss verschont. Im Rahmen der Expo 2000 wurde der Turm saniert. 

Welterbestadt, oder doch nicht?

Durch der Gassen der Altstadt ging es zur letzten der 3 Hauptkirchen. Zuvor wagte ich einen Abstecher zur alten Ratsmühle am Wasserturm. Es ist beindruckend wie vollständig die alte Hansestadt ist. Da fragt man warum ist diese außergewöhnliche Stadt mit seiner schönen Heide nicht UNSECO Welterbe? Leider hat man es versemmelt, Welterbe zu werden. Wobei ich es durch aus sinning fände, da die Stadt den Titel mehr als verdient hat. Lest euch das mal durch, wenn ihr mehr wissen wollt.

St. Michaelis oder schiefer Turm zu Lüneburg

Ich habe noch niemals eine so schiefe Kirche gesehen. Die Pfeiler die das Gewölbe tragen sind nach links und Rechts so gebogen, dass man denkt, man befinde sich in einem Schiff. Leider (oder zum Glück?), hatte ich die Führung zum Glockenturm verpasst. Mir war es zum ersten Mal nicht so geheuer in einer Kirche.

Die Grundsteinlegung war  im Jahr 1376. An dem Turm wurde bis 1434 gebaut. Ein Problem des Baus war offenbar schon von Anfang an die Statik: Die Kirche steht auf der Abbruchkante eines Salzstocks, und dadurch sind die mächtigen Rundpfeiler bis zu 70 cm aus dem Lot geraten. Und Die 70 cm sieht man sehr gut. Aber die Kirche steht schon seid einigen hundert Jahren, zu befürchten ist daher nichts.

Durch die berühmte Auf dem Meere ging ich in Richtung Ratsbücherei. Der Name stammt wahrscheinlich von der Bezeichnung „in mare“ ab. So wurde 1303 das sumpfige Gebiet in einer Senke beim Kalkberg genannt. 🙂 Es ist das teuerste Viertel der Stadt, obwohl die Häuser winzig sind. Früher war die Ecke berühmt berüchtigt, mit der Zeit entwickelte es sich durch Restaurantion zu einem angesehnen Stadtteil. Ein paar Häuser befinden sich noch im Märchenschlaf.

Der Tag neigt sich langsam den Ende entgegen und die Woken verdichteten sich weiter. Anders gesagt, es wurde langsam kalt. Trotzdem schaute ich mir noch das wunderschöne restaurierte Ratsbücherei der Stadt Lüneburg. Mit über 600 Jahre zählt sie heute zu den ältesten Stadtbibliotheken Deutschlands. Rein konnte man leider wohl nicht.

Ich setzte mich nochmal an den Stintmarkt am Lüneburger Hafen. Hier wird die TV Serie „Rote Rosen“ gedreht, wie ich von den Einwohner erfahren habe. Das Lösecke-Haus ist vor ein paar Jahren abgebrannt. Es wurde ab sofort wieder aufgebaut. Das ganze Ensemble um die alte Abtsmühle ist wunderschön. Viele Verliebte hängen hier Schlösser an die Brücke. Früher tanzte ein Mühlrad im Takt zum Wasser.

Hier kommt man auch mit einigen Einwohner ins plaudern. 🙂 Lüneburg ist schön, sogar wunderschön. Ich kann nur jeden Empfehlen hier hin zufahren. Ich komme schon bald wieder. Aber erstmal ab nach Hamburg. Teil 2 gibts bald.

Danke an Wikipedia! Und natürlich dürfen die Fotos nicht ohne Genehmigung genutzt werden.

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