Grüße von der Elbe – Hamburg Teil 2

Grüße von der Elbe – Hamburg Teil 2

Die Backpackertour geht weiter nach Hamburg. Die wunderschöne alte Stadt an der Elbe ist eine meiner Lieblingsstädte in Deutschland. Für einen Tag besuchte ich bekannte und unbekannte Wahrzeichen der Stadt.

Zum ersten Mal war ich so nach an der Innenstadt, dass ich kein Tagesticket brauchte. Es ist super schön, um 8 Uhr morgens, durch die noch völlig verschlafende Innenstadt zu laufen. Man sieht nur einige hektische Menschen, die zur Arbeit hetzten und die Stadtreinigung, die die Reste des Wochenendes beseitigt.

Ich sahs gemütlich an der Alster und ass einen Bagel. Es war super windig an dem Tag und verdammt kalt an diesen noch bedecken Morgen. Daher stürzte ich mich erstmal ins Rathaus. In der Hoffnung nach vielen Jahren, wieder eine Führung mitmachen zu können. Wie immer ging das mal Wieder nicht. Dafür gibts nun mal Fotos, vom dem Wartesaal, ohne Menschen.

Ganz in der Nähe ist die Nikolaikirche. Ein Mahlmahl des zweiten Weltkrieges. Leider zurzeit komplett eingerüstet. Dennoch kann man mit dem Aufzug den Kirchenturm hinauf fahren und die Gedenkstätte in der Krypta besuchen. Da es erst 9 Uhr war, bleib mir beides vor 10 Uhr verschlossen. Also trottete ich weiter, zur Deichstraße. Hier findet man das letzte erhaltene Ensemble von althamburgischen Bürgerhäusern der Stadt.

Im alten vergessenden Hamburg

Im ersten Moment denk man an Amsterdam und seine zahlreichen alten Häuser und Grachten. In der Deichstraße stehen die letzten Häuser, die vor der Zerstörung des „alten Hamburg“ im Großen Brand, dem Zweiten Weltkrieg und durch die ganzen Abrissmaßnahmen 1950 bis 1980 weite Teile der Hamburger Innenstadt prägten. Die althamburgischen Bürgerhäuser. Diese vereinten Wohnen, Arbeiten und auch Speicher unter einem Dach. Es ist unglaublich traurig, dass nur so wenig erhalten bleib.

Musikalische Hafenromantik

Was wäre ein Hamburgbesuch ohne die Speicherstadt? Die Hamburger Speicherstadt ist der weltgrößte, historische Lagerhauskomplex im Hamburger Hafen. Und natürlich UNESCO Weltkulturerbe. Später dazu mehr, ich wollte eigentlich nur in die Elbphilharmonie, mich aufwärmen. 🙂 Man kann kostenlos auf die Besucherplattform und den Blick über Hamburg genießen. Relativ ausführlich habe ich letztes Jahr über die Elpi geschrieben. Ich werden den Blogeintrag bald Wieder online stellen und dann hier verlinken.

Nachdem die Sonne wieder raus kam und es angenehm warm wurde, war auch ich wieder aufgewärmt. 😉 Ich ging unter der Metro entlang und schlenderte zum Hafen, bzw. den St.-Pauli-Landungsbrücken.

Von hier aus Starten fast alle Hafenrundfahrten, es gibt Essen, wie Fischbrötchen oder man finden in den zahlreichen Touristenbüdchen mit Nippes. Ich wollte aber von all dem nichts, sondern nur die Sonne genießen. Bevor es unter die Elbe in den Elbtunnel geht. Am westlichen Ende der Landungsbrücken befindet sich der nördliche Eingang zum Alten Elbtunnel. Auf der anderen Seite der Elbe ist eine Besucherplattform, wo man auf St. Pauli schauen kann.

Jetzt aber erstmal ab unter Wasser.  In den St. Pauli-Elbtunnel, wie es ja eigentlich richtig heißt. Der Tunnel galt damals als technische Sensation, als er 1911 eröffnete wurde. Man unterquert die Norderelbe auf einer Länge von 426,5 Metern und der Tunnel verbindet mit zwei Tunnelröhren die nördliche Hafenkante bei den St. Pauli-Landungsbrücken mit der Elbinsel Steinwerder. Er wird als öffentlicher Verkehrsweg sowohl von Fußgängern und Radfahrern sowie eingeschränkt von Kraftfahrzeugen genutzt. Aktuell wird der der Elbtunnel sehr aufwendig restauriert und ist nur eingeschränkt zu bewundern.

St. Pauli

Ich muss gestehen, dass mich St. Pauli tags, wie nachts über nie so sehr fasziniert hat. Bis auf die zahlreichen erotische Läden und Lokale, gibts hier nicht wirklich viel zu sehen. Vor allen tagsüber nicht.

St. Pauli liegt auf dem Hamburger Berg. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren Teile der Gründerzeitbebauung zerstört worden. Aber weitestgehend, ist hier noch vieles intakt.

Später in den 50er und 160er Jahren fand das Vergnügungsviertel wurde das Viertel wieder belebter, insbesondere durch die Auftritte von englischer Musikgruppen , wie z.B. den Beatles. Ab den 70ern siedelten sich Musicalshäuser und Opern an. Heute ist St. Pauli für die Reeperbahn bekannt. Ich finde hier ist die Stadt noch ziemlich ursprünglich und urban. Zahlreiche Grafits finden sich hier und alte eingesessenen Hamburger, sowie gute Restaurants.

Im Glockenturm von Sankt-Petri

Nach einen recht späten Mittagessen im Jim Block, entschied ich mich ganz spontan in die Hauptkirche Sankt Petri zu gehen und den Glockenturm hinauf zu steigen. Die Sankt-Petri-Kirche ist die älteste Pfarrkirche Hamburgs. Sie ist nach dem Apostel Petrus benannt und gehört zu den fünf Hamburger Hauptkirchen.

Die Kirche markiert den höchsten Punkt der Hamburg-Altstadt. Der 132 Meter hohe Kirchturm kann über 544 Treppenstufen bis auf eine Höhe von 123 Metern bestiegen werden und bietet durch Bullaugen einen guten Überblick über die Hamburger Innenstadt. Und genau das habe ich gemacht. Man kann wirklich bis unter die Spitze klettern. Vorbei an den Glocken, hoch hinauf, viele eiserne Treppenstufen empor.

Schwindelfrei sollte man hier auf jeden Fall sein. Zudem ist es hier im Sommer sicherlich höllisch warm, durch das Kuperdach. Außerdem wackelte der Turm gut spürbar, durch den heftigen Wind draussen. Ich war froh, als ich wieder unten war.

Art Deco Kino - Passage

Kurz nachdem ich aus der Kirche gestolpert bin, fegte ein heftiges Unwetter über die Innenstadt von Hamburg. Kommissar Zufall seih dank, stellte ich mich im Passage Kino unter.

Das Passage-Kino ist das älteste Kino Hamburgs und eines der ältesten, durchgehend betriebenen Lichtspieltheater in Deutschland. Mit exakt 1000 Plätzen war es damals das erste Hamburger Großkino und führendes Uraufführungstheater. 1925 wurde es grundlegend renoviert und 1929 für den Tonfilm ausgestattet. Nachdem 2009 das Kino vor dem aus stand, fand sich mit Heinz Lochmann ein neuer Betreiber, der viel Geld und Herzblut investierte, um das schönste Kino Hamburgs, wieder zu beleben.

Nachdem der Regen vorbei war, zog es mich wie immer Richtung Kontorhausviertel. Das ist eins meiner Lieblingsviertel in Hamburg. Das besondere Merkmal sind die großen Kontorhäuser im Stil des Backsteinexpressionismus des frühen 20. Jahrhunderts. Und hier kann man fantastische Architekturfotos machen.

Im Kontorhausviertel

Natürlich gehört auch das Kontorhausviertel zum Welterbe. Das bekannteste Bauwerk ist das Chilehaus. Daneben finden sich noch das Miramarhaus, der Meßberghof, der Sprinkenhof,  der Montanhof, das Hubertushaus, das Bartholomayhaus, der Mohlenhof, der Altstädter Hof und das Helmut-Schmidt-Haus. Nicht alle Bauwerke sind öffentlich Begehbar. 

Charakteristisch für die Bausubstanz sind Stahlbetonbauten mit Klinkerfassaden.Zur Auflockerung der großen Baumassen wurden verschiedene Stilelemente von den Architekten eingesetzt. Typischerweise haben die meisten Häuser kupfergedeckte Dächer. Das oberste Stockwerk, meist sogar die oberen Stockwerke sind jeweils etwas von der Hauptfront zurückgesetzt. Diese Staffelgeschosse öffnen die Straßenschluchten nach oben. Vertikale Gliederungselemente sind meist in Klinker ausgeführt, beispielsweise am Chilehaus und Meßberghof. Die Fassade des Sprinkenhofs hat im Zentralblock eine netzartige Struktur, im Übrigen wird eine optische Auflockerung durch keramische Schmuckelemente erzielt, die Handel und Handwerk symbolisieren.

Die meisten Bauten wurden 1999 unter Denkmalschutz gestellt.

Die Sonne war wieder da , der Himmel aufgeklart und ich besuchte zum Sonnenuntergang die Speicherstadt.

1871, mit der Reichsgründung wurde Hamburg automatisch zum Bundesstaat des Deutschen Reiches. Hamburgs Staatsgebiet war damals noch Zollausschlussgebiet. Im Zollanschlussabkommen von 1881 wurde zwischen Hamburg und dem Deutschen Reich der Bau einer Speicherstadt vereinbart, um die Aufnahme der Stadt in den Deutschen Zollverein zu ermöglichen.

Als Hamburg 1888 dem Deutschen Zollverein beitrat, wurde termingerecht der erste Abschnitt der Speicherstadt als Freihafengebiet eröffnet. Davon kann man im Berlin und den BER nur träumen.

Gewürze, Teppiche aus Fernost und Kaffee wurden damals im grünen Bauch der Stadt gelagert und verkauft. Heute sitzen unzählige Museen in den alten Häusern.Nach einem spektakulären Sonnenuntergang machte ich mich auf nach Berlin. Dazu gibt es mehr in Teil 3.  Also bis bald. 🙂

Die Fotos dürfen ohne Genehmigung nicht genutzt werden. Und danke an Wikipedia.

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