Die Nacht der Industriekultur – Extraschicht 2017

Die Nacht der Industriekultur – Extraschicht 2017

Es ist ein paar Jahre her, dass ich zuletzt auf der Extraschicht im Ruhrgebiet war. Diesmal hielten mich keine Ausreden und auch kein Regen davon ab, die Nacht der Industriekutlur endlich mal wieder zu besuchen.

Dieses Jahr besuchten über 235.000 Menschen (Yeah, es werden immer mehr :-)) die Extraschicht und feierten mit dem gesamten Ruhrgebiet und über 46 Spielorten in 21 Städten. 🙂 Die ExtraSchicht setzt einmal pro Jahr in einer Nacht im Juni ehemalige Industrieanlagen, aktuelle Produktionsstätten, Zechen und Halden als Spielorte der Industriekultur in Szene und verdeutlicht somit den Wandel des Ruhrgebiets von der Schwerindustrie zu einer modernen Wirtschafts- und Kulturregion. Geboten werden von 18 bis 2 Uhr früh laufend Konzerte, Performances und Ausstellungen (nächtliche Sonderöffnungen) sowie Führungen durch Museen und Industriedenkmäler.

Die Jugendstilmaschinenhalle von Zeche Zollern

Mein absoluter Favorit an diesem Abend war die Zeche Zollern. Kurz vor 18 Uhr kam ich an der Zeche an und war so aufgeregt endlich die entrüstete Maschinenhalle in all ihrer Jugendstilpracht zu bewundern. Das Eingangsportal kennen noch viele von der 80 Pfennig Briefmarke. 😉

Der Berliner Architekt Bruno Möhring war für die Ausschmückung der Maschinenhalle mit Details in Jugendstilformen verantwortlich. Als Höhepunkt ist der Haupteingang mit farbiger Verglasung und einem geschwungenen Vordach (leider abgebrochen worden). Mit ganz viel Liebe und viel Zeit wurde die Halle über viele Jahre restauriert und erstrahlt heute in ihren alten Glanz.

Zollern gehört zu den architektonisch bemerkenswertesten Bergwerksanlagen des Ruhrgebietes. Hinter dem Zechentor erstreckt sich ein großer baumbestandener Platz. Der vordere Bereich der Tagesanlagen erinnert an eine dreiflügelige barocke Schlossanlage im Stil des Historismus der Jahrhundertwende.

Ende der 1960er Jahre, als nach der Stilllegung ein vollständiger Abriss der Anlage zu befürchten war, erregte dann endlich das spektakulärste Gebäude der ganzen Anlage die Aufmerksamkeit der frühen Industriedenkmalpflege: die Maschinenhalle. Dieser ist es zu verdanken, dass die Anlage fast vollständig in ihrer Ursprungsform erhalten ist. Genauso wie die die Häuser der Zechenkolonie.

Industriedenkmal Kokerei Hansa

Der zweite Stop war die Kokerei Hansa. Sie entstand in den Jahren 1927 bis 1928 als Großkokerei infolge von Rationalisierungsmaßnahmen. Es ist noch erstaunlich viel von der Kokerei erhalten. Die große Maschienenhalle ist nahezu vollständig erhalten. Ebenfalls wie die Koksofenbatterie und die Waschkaue. Das Gelände erinnert ein wenig an den Duisburger Landschaftspark und es gab extrem viel zu entdecken und zu genießen. Leider begann ab hier der große Regen.

Jugendstil Zeche Waltrop

Zu einen kurzen Abstecher ging es in die Zeche Waltrop ein Steinkohlen-Bergwerk in Waltrop. Die Zeche entstand im Zusammenhang mit dem nach 1900 verstärkten Wettrüsten der europäischen Staaten. Alle Bauten des Geländes werden inzwischen gewerblich genutzt, unter anderem von den Firmen Manufactum und Hase Spezialräder, dazu von mittelständischen Handwerks-, Dienstleistungsbetrieben und Ingenieurbüros, sowie einer Galerie, deren Skulpturen auch im Außenbereich aufgestellt sind. :- ) Hinter der Anlage befindet sich eine Halde mit dem Spurwerkturm aus Spurlatten.

Schiffshebewerk Henrichenburg

Die letzte Station war das Schiffshebewerk Henrichenburg. Die Anlage ist von 1899 und später noch ein paarmal ergänzt. Leider nahm der Regen hier nochmal zu. Man konnte das ganze Werk erkunden und ein Pianist spielte wunderschönen Jazz. Das alte Schiffshebewerk wurde von der Firma Haniel & Lueg nach den Plänen des Stettiner Schiffbauingenieurs Rudolph Haack gebaut. Dieses Hebewerk ist das größte und spektakulärste Bauwerk der ersten Bau-Periode des Dortmund-Ems-Kanals. Sogar Kaiser Wilhelm II. kam zur Eröffnung am 11. August 1899.

Beim Einbruch der Dunkelheit wurde die Fassade mit einer sehr genialen 3D Projektion bestrahlt, die live beim WDR übertragen wurde. Wer mehr von der Extraschicht sehen möchte, kann im WDR einen ca. 30 Minütigen Bericht über die Extraschicht genießen, mit den tollen Höhenfeuerwerk in Duisburger Landschaftspark. Alternativ seid doch nächstes Jahr am  30.06.2018 dabei. 🙂

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