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Berlin und das blaue Tor – Teil 3

Berlin und das blaue Tor – Teil 3

Nach zwei aufregenden Tagen in Lüneburg und Hamburg, geht es weiter nach Berlin!  🙂 Ich hatte mich in Berlin Wedding eingemietet und starte von hier aus meine 2 Tage in der Hauptstadt. 

In Berlin ist alles etwas größer, bombastischer, mal sehen was mich erwartet. Seid meiner Kindheit gab es immer einen besonderen Grund, weswegen ich nach Berlin wollte. Das blaue Tor zu Babylon, das Ischtar-Tor im Pergamonmuseum. Nachdem ich mein Gepäck in Wedding deponiert hatte, nahm ich die nächste Metro Richtung Museumsinsel.

Vorbei am Friedrichstadt-Palast über die Weidendammer Brücke zur Museumsinsel. Hier wurde scheinbar gerade ein (Hollywood)Film gedreht. Eine Karawanen von bestimmt 40 LKWs, Transportern und Kleintransportern stand um einen abgesperrten Bereich. Zuerst einmal zog es mich zum Essen und ich ass mir Curry 61 eine Berliner Currywurst. Nein, es ist nicht das bekannte Curry 63, aber auch hier gibt es die berühmte Currywurst ohne Pelle. 🙂

Der Berliner Dom befindet sich gegenüber der bekanntesten Museen Berlins und dem bald fertigen Berliner Schloss, dass mit viel Liebe zum Detail wieder errichtet wird. Ich hoffe das geht schneller als beim BER. Der Dom ist eine evangelische Kirche im Berliner Ortsteil Mitte auf dem nördlichen Teil der Spreeinsel, die hier Museumsinsel genannt wird.

Im Himmel von Berlin

Wenn man in den Dom möchte, kostet das 7€. Für eine Kirche ist das recht viel Geld, aber es lohnt sich. Zu Anfang des 19. Jahrhunderts gestaltete Karl Friedrich Schinkel den Dom im Stil des damals modernen Klassizismus, dann entschied aber König Friedrich Wilhelm IV.  eine neue, prunkvollere Domkirche zu bauen. Und nun steht sie heute so, wie wir sie kennen: Die Oberpfarr- und Domkirche zu Berlin. 

Der Dom wurde im Stil des italienischen Hochrenaissance und des Barock erbaut. Das Innere des Kuppelbau ist fantastisch und wunderschön restauriert. Die mächtige Orgel stammt aus der Orgelbauwerkstatt Sauer, der Orgelprospekt von dem Bildhauer Richard Moest.

Über den Dächern von Berlin

Der Dom Verfügt über ein kleines Museum zur Baugeschichte des Doms, sowie eine schmale Wendeltreppe hinauf auf die Kuppel. Von hier aus kann man vom Herzen der Stadt auf die Großstadt blicken. Und ja Berlin ist groß. Sehr sehr groß und viel 60er Jahre.

Auf den Weg hinab besuchte ich noch die Hohenzollerngruft. In der Gruft des Berliner Doms wurden Mitglieder des Hauses Hohenzollern, des ehemaligen preußischen Königshauses, beigesetzt, allerdings keiner der Deutschen Kaiser. Die letzte Beisetzung fand 1915 statt. Danach gibt es noch Souvenirs, wer möchte, oder Kaffee und Kuchen in einem Cafe.

Völlig planlos lief ich, nach der Erkundungstour durch den Dom, irgendwie Richtung Brandenburger Tor. Über die Bundesstraße 2 schlenderte ich an Madame Tussaud, Museen, Google, Starbucks und mehren prachtvollen Botschaften, entlang, bis ich vor Pferdekutschen halt machte. Hier vor all den Touristenmassen war nun das berühmte Tor.

Das Brandenburger Tor ist ein frühklassizistisches Triumphtor. Es wurde als Abschluss der zentralen Prachtstraße der Dorotheenstadt, der Straße Unter den Linden, in den Jahren von 1789 bis 1793 auf Anweisung des preußischen Königs Friedrich Wilhelm II. nach Entwürfen von Carl Gotthard Langhans errichtet. Oben auf 20,3 Meter hohen Bauwerke thront auf einem Vierergespann die  Siegesgöttin Viktoria den Frieden in die Stadt bringt.

Wenn man durch das Tor hindurch schreitet kommt man am Tierpark aus. Hier neben vielen Bäumen, Wiesen und viel Natur, finden sich zahlreiche Gedenkstätten.    Am Ende der Prachtstraße steht die berühmte Siegelsäule.

Ich besuchte aber erstmal den Bundestag, um mich am nächsten Tag für den Einlass in der Kuppel anzumelden. 🙂 Auf dem Weg zum Bundstags ist rechts das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas. Die Gestaltung stammt von dem israelischen Künstler Dani Karavan. Karavan konzipierte einen Ort der inneren Anteilnahme, der Erinnerung. Das Denkmal macht sehr nachdenklich und traurig. Umgeben von Natur ist inmitten einer Wiese ein Brunnen mit schwarzem – „endlos tiefem“ – Grund angelegt.  In die Beckenmitte platzierte der Künstler eine dreieckige steinerne Stele, die in der Aufsicht an den Winkel auf der Kleidung der KZ-Häftlinge erinnern soll. Auf ihr liegt eine Blume. Hat sie ihre Frische verloren, wird sie durch eine neue ersetzt. Die Blume solle gleichzeitig Symbol des Lebens, der Trauer und Erinnerung sein.

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Im Herzen der Stadt

Direkt am Tiergarten liegt neben dem bradneburger Tor das Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Ich hatte das Denkmal schon oft auf Fotos oder in Fernsehen gesehen. Das Mahnmal, das von Peter Eisenman entworfen wurde und aus 2711 Beton-Stelen besteht, wurde zwischen 2003 und Frühjahr 2005 erbaut.

So tiefer man in die Dunkelheit hineingeht, umso beengter und deprimierter fühlt man sich. Man könnte meinen, man wandert an Grabsteine bzw. an Sarkophage vorbei. Unter den Stelen ist ein unterirdische Gedenkausstellung (Ort der Information), die man kostenlos besuchen kann und an die unfassbaren Verbrechen an den Juden in NS Zeit erinnern.

Willkommen in New York

Einen kleiner Spaziergang später fand ich mich am Potsdamer Platz wieder. Einen der berühmtesten Plätze in Berlin, die ein bisschen an den New Yorker Timesquare erinnern. Der Kollhoff-Tower erinnert mit seiner Klinkerfassade an die klassischen Hochhäuser in New York.

Um die Jahrhundertwende entstanden hier zahlreiche Nobelhotels, Bier- und Weinhäuser. Der Potsdamer Platz wurde in den zwanziger Jahren der verkehrsreichste Platz in ganz Europa.  So wurde 1924 ein Verkehrsturm, der heute hier noch steht, in Betrieb genommen, um den verkehr auf den Straßen Herr zu werden. Der von Firma Siemens gebaute Verkehrsturm, war die erste Ampelanlage in Europa. Im Krieg wurde der Platz fast vollkommen zerstört und statt wieder aufzubauen, wurde zahlreichen Kriegsruinen abgerissen.

Das Sonycenter

Eigentlich gehört das Sonycenter Sony garnicht mehr. Ursprünglich befand sich die Europazentrale von Sony hier. Jetzt hat die deutsche Zweigniederlassung dort ihren Sitz. Der Architekt war Helmut Jahn. Das besondere an dem Bau sind die Elemente des ehemaligen Hotels Esplanade, die damals übernommen werden mussten.

Es wurde im Zweiten Weltkrieg bei einem Luftangriff weitgehend zerstört. Nach dem Fall der Mauer, wurden die Reste unter Denkmalschutz gestellt. Der Kaisersaal wurde in den 90er Jahren um 75 Meter verschoben und in das Center integriert. Möglich war das dank computergesteuerter Technik und einer Luftkissen-Konstruktion. Auch der Frühstückssaal wurde gerettet und Fassadenteile. 🙂

Gegen Abend fuhr ich dann zurück nach Wedding und ass noch einen der berühmten Berliner Döner. Yummy!

Es goss wie aus Eimern heute morgen. Zum Glück durfte ich in den Bundestag und Mäuschen spielen. Naja, ein bisschen zumindest. 😉

Am Reichtstag angekommen, reihte ich mich erstmal ein und nach der Taschenkontrolle durfte ich das Gebäude betreten. Von Aussen ist das im Neorenaissance Stil errichtete Bauwerk sehr imposant. Von Innen ist es schlicht und modern, nach der Neugestaltung von 1991 bis 1999. Mit einem Aufzug fährt man auf das Dach, von wo man bei schönen Wetter eine tolle Aussicht hat. 

Die offene ungeheizt Glaskuppel hat eine begehbaren Spirale im Inneren. Zudem wird um eine spiegelartige Säule herum, die Geschichte des Reichstages in Bildern und Filmen dokumentiert.

Als ich aus dem Reichstags spazierte, goss es immer noch in Strömend. Ich hätte zum Kurfürstendamm fahren können und ist KDW gehen können, aber ich entschied mich zum Alex zu fahren. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, was an dem Platz so toll sein soll. Bis auf die zahlreichen Geschäfte gibts hier nichts interessantes.

Der Alexanderplatz erhielt seinen Namen 1805 nach dem russischenZaren Alexander I.. Der zu Beginn der 1930er Jahre umgestaltete Platz sowie ein Großteil der umliegenden Bebauung wurden im Zweiten Weltkrieg durch alliierte Luftangriffe zerstört, deswegen steht hier nun zum größtenteils imposante 60er und 70er Jahre Architektur.

Blaue Tor zu Babylon

Eins der berühmtesten Museen in Berlin ist das Pergamonmuseum. Und auch ich wollte unbedingt rein und das blaue Tor sehen. Das steht seit Jahren auf meiner Liste ganz oben. 😉 Das Museum beherbergt Teile der Antikensammlung, das Vorderasiatische Museum und das Museum für Islamische Kunst.

Es wurde  zwischen 1910 und 1930 nach Plänen von Alfred Messel und Ludwig Hoffmann für den von Carl Humann entdeckten Pergamonaltar (daher auch der name ;-)) erbaut. Leider ist der berühmte Altar aktuell nicht zugänglich und das mit Sicherheit die nächsten 10 Jahre nicht, da dieser aufwendig restauriert wird. Wie übrigens das gesamte Museum, das eine einzige Baustelle ist.

Oben zu sehen ist natürlich das babylonische Ischtar-Tor, sowie die Mschatta-Fassade. Diese wurde 1840 von europäischer Seite aus neu- bzw. wiederentdeckt. Es wurde damals befürchtet, dass nach dem Bau einer Eisenbahnlinie in unmittelbarer Nähe der Ruine des Wüstenschlosses wertvolle Bauteile verwendet werden könnten. So gewann Josef Strzygowski Wilhelm von Bode für die Idee, die Fassade für die Berliner Museen zu erwerben, dass auch gelang.

Museum für Islamische Kunst

Ganz besonders ist das Museum über die islamische Kunst. Das Museum sammelt noch heute die Kunst islamischer Völker vom 8. bis 19. Jahrhundert aus dem Gebiet zwischen Spanien und Indien und hat eine  beträchtliche wertvolle Sammlung zusammen getragen.

Das Aleppo-Zimmer hat mir besonders gefallen. Es ist die Vertäfelung eines Empfangsraumes aus einem Wohnhaus in leider mittlerweile durch den Krieg stark zerstörten Aleppo. Die Wände sind 35 m lang und 2,5 m hoch. Die Täfelungen werden von 14 Holztüren unterbrochen und geht auf das Jahr 1600 zurück. Der Aufbau ist streng symmetrisch. Die mittleren Sitzbereiche sind besonders edel ausgestattet und bemalt. Die insgesamt etwa fünfhundert verschiedenen Dekorelemente sind überwiegend vegetabilisch gehalten.

Direkt neben den am auferstehenden Berliner Schloss liegen die alten Bürgerhäuser am Nikolaikirchplatz. Man denkt hier, dass man irgendwo anders ist, nur nicht in Berlin. Diese  sind im Zweiten Weltkrieg verloren gegangen. Im Jahre 1984 bis 1986 wurde sich der Häuser mit traditionellen Materialien wieder aufgebaut.

Das alte Berlin

Die betont einfachen Bürgerhäuser mit ihren nüchternen, schmuckarmen Fassaden sind typisch für die Berliner Architektur und es ist sehr schön, noch ein kleines Stück altes Berlin umringt von monumentaler Architektur zu finden. Langsam ging die Sonne unter und ich wollte mir noch den Gendarmenmarkt ansehen.

Der schönste Platz Berlins ist der Gendarmenmarkt. Er befindest sich im historischen Berlin. Im Zentrum des Platzes befindet sich das Konzerthaus Berlin, das an der Südseite vom Deutschen Dom und an der Nordseite vom Französischen Dom flankiert wird. Der Platz hat eine große historische Bedeutung und war Ort wechselhaften politischen Geschehens in Berlin.

Anbei sind ein paar Fotos von der blauen Stunde, kurz bevor ich zur in mein BnB zurück gefahren bin. 🙂 Es war eine schöne Zeit in Berlin und es gibt noch soviel zu entdeckten. Aber erstmal geht es weiter nach Prag. Mehr dazu im Dezember.

Fotos sind von mir, und danke an Wikipedia. 🙂

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